Pferdeverhalten

Pferdeverhalten/-therapie

Wenn ich meinen Beruf nenne, werde ich oft mit fragenden Augen angeschaut. Das Spektrum des Pferdeverhaltenstherapeuten ist breit gefächert. Ich habe mich hauptsächlich auf die Therapie von Pferden spezialisiert, die Probleme im täglichen Umgang zeigen.

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Einsatzgebiete

  • Anbindeprobleme
  • Widersetzen beim Satteln und Putzen
  • Probleme beim Verladen
  • Rittigkeitsprobleme
  • Probleme beim Abspritzen am Waschplatz
  • Probleme beim Schmied
  • Aggressivität
  • Angst
  • Probleme beim Bringen und Holen von der Weide bzw. Koppel, etc.

Die Liste ist unendlich fortführbar. So viele unterschiedliche Pferde es gibt, so viele unterschiedliche Probleme können auftreten. Es mag viele Pferde mit dem augenscheinlich gleichen Problem geben, bspw. das „nicht-Verladen-lassen“. Doch hat jedes dieser Pferde einen anderen Grund für dieses Verhalten. Meine Aufgabe ist es, die individuelle Ursache zu finden und anhand dieser das Pferd zu therapieren.

Mir ist es wichtig, die Therapieform individuell auf den Reiter und das Pferd abzustimmen. So tritt der Erfolg schnell und ohne jegliche Gewalteinwirkung ein und ist im täglichen Umgang alleine umsetzbar. Dies funktioniert am besten, wenn man mit den verschiedenen Lernformen arbeitet, wie klassische oder operante Konditionierung und positive oder negative Verstärkung  „Das Lernverhalten von Pferden."

Wenn ich nun meinen Beruf beschrieben habe, fragen die Leute häufig, ob ich ein Pferdeflüsterer bin. Das mag für sie im ersten Moment einleuchtend erscheinen. Ich finde jedoch, dass dieser Titel eher belächelt wird, statt für seriöse Arbeit steht. Ich verhelfe den Pferden nicht nur durch gutes Zureden – wie ein Psychiater – zum Erfolg, sondern gehe auf die Psychologie der Pferde ein. Ich beziehe die schon seit Jahrhunderten bestehenden Verhaltensweisen mit ein und sehe so das Problem aus Sicht der Pferde. Dies hat nichts mit Pferdeflüsterei zu tun, sondern ist ein Hineinfühlen in die Lage der Pferde aufgrund von Hintergrundwissen aus der Psyche.

Zuletzt möchte ich noch auf dem Begriff „Problempferd“ eingehen. Dieser wird oft verwendet, jedoch nicht immer zurecht. Synonyme dafür sind Schwierigkeiten, Ärger oder Unannehmlichkeiten. Natürlich hat auf den ersten Blick das Pferd ein Problem und so wird es zum Problem des Menschen. Man muss jedoch im Hinterkopf behalten, wer das Pferd zu dem gemacht hat, was es ist. Ein Pferd kommt nicht mit problematischem Verhalten auf die Welt. Die Aufgabe des Menschen ist es, das Pferd als Fluchttier an all die Dinge zu gewöhnen, die im täglichen Umgang auftreten und am Anfang fremd sind. Je nachdem, wie dieses Heranführen, die Aufzucht und der spätere Umgang mit dem Pferd sind, entstehen also Probleme oder eben nicht. Gründe dafür sind oft Unwissenheit des Pferdehalters. Man denkt, man tut seinem Liebling etwas Gutes und erreicht das Gegenteil. Ich arbeite nicht nur mit dem Pferd, sondern beziehe Sie als Besitzer mit ein. Aus Pferd und Reiter soll wieder ein Paar entstehen und das Vertrauen neu aufgebaut werden.