Wissenswertes

Konzentrationsfähigkeit

Wussten Sie schon, dass die Konzentrationsfähigkeit bei jungen Pferden maximal 10 Minuten und bei erwachsenen Tieren maximal 20 Minuten beträgt?
Erfolgreiches Lernen funktioniert nur, wenn das Tier konzentriert ist. Die Länge der Konzentrationsfähigkeit ist abhängig von Alter, Charakter, Entwicklungszustand, Lernkondition und der geforderten Übung. Deswegen ist es wichtig, zwischen Übungen Pausen einzulegen, damit das Pferd sich entspannen und das Gelernte besser verarbeiten kann.

Unterschied Verhaltensstörung und unerwünschten Verhaltensweisen

Verhaltensstörung: Eine Verhaltensstörung ist ein Verhalten, das in Hinblick auf Modalität, Intensität oder Frequenz erheblich und andauernd vom Normverhalten abweicht (Quelle: Handbuch Pferdeverhalten, Margit H. Zeitler-Feicht, Ulmer Verlag).

Verhaltensstörungen können unterschieden werden zwischen:

  • Symptomatischen – die auf Verletzungen oder Degenerationserscheinungen zurückgehen.
  • Mangelbedingten – bei der dem Körper z.B. bestimmte Substanzen fehlen.
  • Organpathologischen – bei der eine Grunderkrankung vorhanden ist.
  • Zentralnervösen – bei der eine infektiöse oder traumatische Veränderung des zentralen Nervensystems zugrunde liegt.
  • Reaktiven – bei der die Haltungsbedingungen und der Umgang nicht tiergerecht ist.

Beispiele sind
Koppen, Weben, Automutilation, Zungenspiel, Headshaking, gesteigerte Aggressivität, exzessives Holzkauen

Unerwünschtes Verhalten: Unter unerwünschtem Verhalten versteht man Verhaltensweisen, die dem Normalverhalten der Pferde im weiteren Sinne entsprechen, jedoch dem Menschen Probleme bei der Haltung und Nutzung bereiten
(Quelle: Handbuch Pferdeverhalten, Margit H. Zeitler-Feicht, Ulmer Verlag).

Beispiele sind

  • Nicht einfangen, anbinden, führen, putzen lassen
  • Beißen, Schlagen, Scharren
  • Probleme beim Beschlagen und Verladen
  • Durchgehen, Steigen, Bocken
  • Sattelzwang, Schweifschlagen, Kopfschlagen

Es sind also lediglich Verhaltensweisen, die dem Menschen unangenehm sind, aber in gewisser Weise dem Normalverhalten des Pferdes entsprechen. Als Beispiel sei das Verladen zu nennen. Es ist völlig normal, dass ein Fluchttier sich weigert, in eine dunkle, enge Höhle zu gehen. Wichtig ist, dass sich aus jedem unerwünschten Verhalten eine Verhaltensstörung entwickeln kann oder es bereits eine sein könnte. Dies ist dann der Fall, wenn sie erheblich vom Normverhalten abweichen und andere Ursachen wie Schmerz, Angst,... ausgeschlossen werden können. Beide Verhaltensweisen sind meistens bedingt durch Haltung, Nutzung und Ausbildung. Oft kann das Verhalten abgestellt werden, wenn die Ursache gefunden ist und der Mensch weiß, wie das Pferd reagiert und was es benötigt.

Kenne ich die PAT-Werte meines Pferdes und wie messe ich sie?

RuhezustandNach BelastungWo messbar?
Puls 28 bis 40 pro MinuteBis zu 220 Unterkante der Ganasche oder seitlich der Schweifrübe
Atmung 28 bis 40 pro MinuteBis zu 80 – 100 Anhand der Flankenbewegung die Atembewegung mitzählen
Temperatur 37,5° bis 38,2°Maximal 41° Mit Fieberthermometer im After

Die Werte gelten für ein gesundes Pferd.

Falls die oben genannten Werte von der Norm abweichen, kann anhand der sogenannten kapillaren Rückfüllzeit der Kreislauf getestet werde. Man drückt mit dem Finger vorsichtig kurze Zeit ans Zahnfleisch. Wenn der Finger weggenommen wird, ist diese Stelle weiß, das Blut ist also entwichen. Innerhalb von 2 Sekunden sollte diese weiße Stelle wieder normalfarbig (rosa) – werden die Kapillargefäße haben sich also wieder gefüllt. Sollte dies länger als 2 Sekunden dauern, ist der Kreislauf schwach oder das Pferd ist am Austrockenen. Ein weiterer Test, um zu schauen, ob das Pferd ausgetrocknet ist, ist, am Hals eine Hautfalte zu nehmen und ein kleines Stück wegzuziehen. Die Hautfalte sollte innerhalb weniger Sekunden wieder zurückgehen.

Wie gliedere ich ein neues Pferd in eine bereits bestehende Herde ein?

Wichtig ist, dass man das Pferd nicht sich selbst überlässt und es einfach zu der bereits bestehenden Herde dazustellt. So kann es unter Umständen schnell zu Verletzungen kommen, weil das zu integrierende Pferd zum Beispiel in eine Ecke gedrängt wird. Um dies zu verhindern, hier ein paar Tipps zur besseren Eingliederung:

  • Wissen über das neue Pferd einholen, dazu gehört Rasse, Geschlecht, Alter, Krankheiten, Entwurmungs- und Impfprogramm, bisherige Haltung (Box, Offenstall,...) und soziale Vorerfahrungen. Aufgrund dieser Hintergrundinformationen ist es einfacher, geeignete Herden zu finden. Bspw. fühlt sich ein älteres Pferd unter jüngeren Pferden wohler, wenn noch ein zweiter, älterer Partner dabei ist. Eine Stute unter Wallachen kann auch zu Problemen führen, falls diese Besitzansprüche an die Stute stellen.
  • Heimvorteil herstellen, das heißt, dem Pferd vor der Eingliederung die Weide oder die Offenstallung, etc. zeigen, damit eine räumliche Gewöhnung stattfinden kann und der Geruch der Anlage schon an ihm haftet – so riecht es vertrauter.
  • Sozialen Kontakt mit einem der Pferde herstellen, das sozial gut verträglich ist. Mit diesem neu gewonnen Freund lässt sich die Eingliederung leichter verkraften.
  • Ausreichend großes Platzangebot, da dadurch Ausweichmöglichkeiten geschaffen werden und das Verletzungsrisiko sinkt.
  • Für Beschäftigung der Herdenmitglieder sorgen, da so der Neuankömmling nicht die Attraktion des Tages darstellt. Am besten geht dies, wenn die Herde davor schon auf der Weide beim Grasen steht.